Salgesch - Salquenen

Salgesch im Hintergrund - Blick Richtung Westen
Rebgüter in Salgesch - im Hintergrund Kapelle
Rebgüter in Salgesch - Blick auf den Pfynwald
Blick runter auf Salgesch Richtung Südwesten

Die Gemeinde Salgesch liegt im Herzen des Kantons Wallis und gehört zum Bezirk Leuk. Das Gemeindeterritorium breitet sich von der Raspille (Grenzfluss zw. Ober- und Unterwallis), Pfynwald, (Naturreservat von nationaler Bedeutung – grösster Schweizer Föhrenwald) Gulantschigraben und Varneralp beidseits des Rottens (Rhone) aus. Der Ort zählt heute 1250 Einwohner, die ihr Einkommen vor allem im Weinbau und Weinhandel finden.

Erste schriftliche Zeugnisse von der Existenz der Gemeinde Salgesch stammen aus dem 5. Jh. vor Christus. Aufgrund von neuesten (2000-2002) archäologischen Funden am Südrand des Dorfes (Untere Eye), wird die Geschichte von Salgesch neu geschrieben werden müssen. Der Name Salgesch stammt vom lateinischen „Saliticum“ und bedeutet Weidenhege.

In der Walliser Geschichte wird Salgesch kaum erwähnt. Bekannt ist allerdings, dass sich im 13. Jh. Die Johanniter, ein Malteserorden, in Salgesch niedergelassen hat. Wie es der Ordenszweck wollte, errichteten die Johanniter hier eine Herberge und ein Spital für Pilger und Reisende. 1655 überliessen sie ihren Besitz dem grossen Kaspar Jodok von Stockalper, der 25 Jahre später seine Rechte auf das alte Hospiz der Gemeinde „Salges“ verkaufte.

Waren vielleicht die guten Weine der Grund für die Ortswahl? Dies lässt sich nicht nachweisen; ebenso wie die Vermutung, die sprichwörtliche Salgescher Gastfreundschaft könnte im Johannitertum wurzeln. Eine Tatsache ist es allerdings, dass die aussergewöhnlichen Weine von Salgesch heute Hauptgrund für die vielen Besucher im Dorf sind.

Mit Sicherheit hat Salgesch aber als Sprachgrenzort zwischen der Ober- und Unterwallis seine Aufgabe immer seriös wahrgenommen und dafür gesorgt, dass die welsche Zunge nicht länger und die deutsche Zunge nicht kürzer wird.

Für Schlagzeilen im Weinbau hat Salgesch in den letzten Jahren immer wieder gesorgt: Denken wir nur an die Realisierung des Grand-Cru-Konzeptes, an die Eröffnung des Weinbaumuseums, an den Bau des Rebwanderweges von Salgesch nach Sierre, an das Nationale Weinforum, an die Schaffung einer Stelle für Weinkommunikation. Im Jahr 2003 wird erstmals auch ein Qualitätssiegel Salgesch an Qualitätsorientierte Weinbetriebe verliehen. Heute gilt Salgesch als die Rotweinmetropole der Schweiz.

Doch wieso hebt sich heute der Salgescher Rotwein von den andern Walliser und Schweizer Weinen so ab? Die Blauburgunder Rebe bevorzugt sonnengebrannte, steinige und kalkhaltige Böden. Die finden wir in diesem Felssturzkegel von Salgesch in einer idealen Zusammensetzung. Der Bergsturz von Salgesch hat vor ungefähr 5-7 Tausend Jahren v. Chr. Stattgefunden. Dank dem Bergsturz finden wir in unserem Rebgebiet auf einer Meereshöhe von 550-700 m. eine Bodenbeschaffenheit, die man sonst auf einer Höhe zwischen 1200-1800 Meter ü.M. vorfindet.  

Ein weiterer Grund ist der Mensch. Die spezielle Lebensphilosophie der Salgescher, ihre Weinkultur und Liebe zu den Weinen erfahren Sie am besten beim Besuch eines der vielen Dorfkellereien. Von denen gibt es an die 40, grössere und kleinere. Mit beispielhaftem Gemeinschaftssinn haben sich die Salgesch vor Jahren als erste in Form des „Grand Cru von Salgesch“ ein äusserst strenges Qualitätskonzept gegeben.

Charles Kuonen